• Holzskulpturenensemble Ablinga
In Ablinga, einem Dorf in Nordwestlitauen, erinnern seit 1972 30 Eichenskulpturen an 42 Dorfbewohner, die am 23. Juni 1941 von deutschen Einheiten im Rahmen einer »Vergeltungsaktion« erschossen wurden.
Bild:Ablinga, 2013, Ansicht des Holzskulpturenensembles, Vilensija
Ablinga, 2013, Ansicht des Holzskulpturenensembles, Vilensija

Bild:Ablinga, 2013, Holzskulpturen, Vilensija
Ablinga, 2013, Holzskulpturen, Vilensija
Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion, die das unabhängige Litauen im Jahr zuvor annektiert hatte. Beim überstürzten Rückzug trafen Einheiten der Roten Armee auf eine deutsche Motorradbrigade und beschossen sie. Auf der Suche nach den Tätern durchsuchten die Deutschen Wohnhäuser in den grenznahen Dörfern Ablinga und Žvaginiai, fanden dort angeblich Waffen und vermuteten, dass die Einheimischen den sowjetischen Soldaten geholfen hatten. Daraufhin trieben sie 20 Männer und 13 Frauen aus Ablinga sowie sechs Personen aus Žvaginiai zusammen und erschossen sie.
Bild:Ablinga, 2013, Ansicht des Holzskulpturenensembles, Vilensija
Ablinga, 2013, Ansicht des Holzskulpturenensembles, Vilensija

Bild:Ablinga, 2013, Holzskulpturen, Vilensija
Ablinga, 2013, Holzskulpturen, Vilensija
Am 23. Juni 1941 trieben deutsche Einwohner 20 Männer und 13 Frauen aus Ablinga sowie sechs Personen aus Žvaginiai zusammen und erschossen sie als »Vergeltung« für einen Beschuss durch die Rote Armee.
Bild:Ablinga, 2018, Der Wald bei Ablinga, Dalia Račkauskaitė
Ablinga, 2018, Der Wald bei Ablinga, Dalia Račkauskaitė

Bild:Ablinga, 2018, Ansicht des Skulpturenparks, Dalia Račkauskaitė
Ablinga, 2018, Ansicht des Skulpturenparks, Dalia Račkauskaitė
Am 27. Juli 1972 wurde ein Ensemble von 30 fünf bis acht Meter hohen Eichenskulpturen eingeweiht, das zuvor in einem einmonatigen kreativen Prozess von 25 Volkskünstlern aus ganz Litauen geschaffen worden. Ein kleines, 1984 eröffnetes Gedenkmuseum schloss 1993. Stattdessen wurden eine Gedenktafel und eine Steinpyramide zur Erinnerung an den antisowjetischen Partisanenkampf aufgestellt. 1985 entstand eine Mariengrotte, deren Vorgänger hier bereits seit 1930 gestanden hatte. Laut der Überlieferung sollen einige Dorfbewohner im deutschen Kugelhagel Richtung Grotte gerannt seien, zur Jungfrau Maria gebetet und gerufen haben: »Wir hatten auf die Deutschen gewartet – nun schießen die Deutschen!«. Ihre Rettung schrieben sie Maria zu. Am 6. August 1988 fand hier erstmalig eine öffentliche katholische Trauermesse für alle Opfer von Ablinga statt. Seitdem gilt das Gedenken in Ablinga den Opfern deutscher Gewalt wie auch der sowjetischen Besatzung. In den 2010er Jahren wurden die Holzskulpturen aufwendig restauriert.
Bild:Litauische SSR, 1975, Postkarte zum 30. Jahrestag vom Kriegsende mit dem Skulpturenpark von Ablinga als Motiv, gemeinfrei
Litauische SSR, 1975, Postkarte zum 30. Jahrestag vom Kriegsende mit dem Skulpturenpark von Ablinga als Motiv, gemeinfrei

Bild:Ablinga, 2013, Holzskulpturen, Vilensija
Ablinga, 2013, Holzskulpturen, Vilensija
Bild:Ablinga, o.D., Detailansicht, Liam Ashley Clark
Ablinga, o.D., Detailansicht, Liam Ashley Clark
Bild:Ablinga, o.D., Ansicht der Holzskulturen, Liam Ashley Clark
Ablinga, o.D., Ansicht der Holzskulturen, Liam Ashley Clark
Bild:Ablinga, o.D., Detailansicht, Liam Ashley Clark
Ablinga, o.D., Detailansicht, Liam Ashley Clark
Bild:Ablinga, o.D., Detailansicht, Liam Ashley Clark
Ablinga, o.D., Detailansicht, Liam Ashley Clark
Name
Ablingos memorialinis ansamblis
Adresse
GPS: 55°43'56.0"N 21°42'02.0"E
Ablinga
Öffnungszeiten
Das Denkmalensemble ist jederzeit zugänglich.