• Gedenkstätte Salaspils
Salaspils (deutsch auch: Kirchholm) befindet sich knapp zwanzig Kilometer von der lettischen Hauptstadt Riga entfernt. Das sogenannte »Arbeitserziehungslager« und »erweiterte Polizeigefängnis« Salaspils errichteten aus dem Deutschen Reich deportierte jüdische Männer im Winter 1941/42 unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Im baltischen Raum galt Salaspils von 1942 bis 1944 als das größte Lager für lettische Zivilgefangene, aber auch für politische Gefangene aus mehreren Ländern.
Bild:Salaspils, nach 1944, Lagergelände mit Wachturm, Bundesarchiv Ludwigsburg
Salaspils, nach 1944, Lagergelände mit Wachturm, Bundesarchiv Ludwigsburg

Bild:Salaspils, 2009, Skulptur auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
Salaspils, 2009, Skulptur auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
Die SS setzte im Winter 1941/42 ungefähr 1.000 jüdische Männer aus dem Konzentrationslager Jungfernhof und dem Ghetto Riga zum Aufbau des Polizeihaftlagers Salaspils ein. Bei den Männern handelte es sich um deportierte Juden aus dem Deutschen Reich. Sie hatten die Aufgabe, in Salaspils Baracken und Wachtürme zu errichten sowie die Umzäunung des Lagers fertig zu stellen. Eine große Anzahl der jüdischen Zwangsarbeiter starb aufgrund der extremen Arbeits- und Lebensbedingungen. Bei eisigen Temperaturen mussten die Gefangenen schwerste Arbeiten verrichten. Für sie gab es anfangs keine Unterkünfte und kaum Essensvorräte. Die SS-Bewacher gingen äußerst brutal vor und bestraften die jüdischen Zwangsarbeiter bei kleinsten »Vergehen«. Aufgrund der hohen Todesrate unter den Gefangenen rekrutierte die SS bis zur Fertigstellung des Lagers weitere 500 bis 800 Juden aus dem Rigaer Ghetto zum Arbeitseinsatz.
Das entstehende Lager unterstand dem Kommandeur der Sicherheitspolizei. Ab Sommer 1942 diente es ungefähr ein Jahr lang als Polizeihaftlager und Arbeitserziehungslager für Letten, Russen, Roma und andere Personen, die auf ihre Verurteilung in Riga warteten. Darüber hinaus diente Salaspils ab 1943 als Durchgangslager für Zwangsarbeiter, aber auch für etwa 2.300 verhaftete »partisanenverdächtige« Personen, darunter viele Frauen und Kinder. Sie stammten vor allem aus dem Gebiet Lettgallen und aus Weißrussland. Viele der Lagerinsassen setzte die SS in Salaspils und Umgebung zur Zwangsarbeit ein, unter anderem in einem Steinbruch und in einer Zementfabrik. Bis Sommer 1944 bestand Salaspils. Die zu diesem Zeitpunkt im Lager befindlichen Häftlinge verbrachte die SS in das Konzentrationslager Stutthof.
Bild:Salaspils, nach 1944, Lagergelände mit Wachturm, Bundesarchiv Ludwigsburg
Salaspils, nach 1944, Lagergelände mit Wachturm, Bundesarchiv Ludwigsburg

Bild:Salaspils, 2009, Skulptur auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
Salaspils, 2009, Skulptur auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
In Salaspils kamen schätzungsweise 1.000 Juden aus dem Deutschen Reich beim Bau des Lagers ums Leben.
Die genaue Zahl der ab Sommer 1942 im sogenannten Polizeihaftlager Ermordeten ist nicht genau bekannt. Es wird von 2.000 bis 3.000 weiteren Opfern ausgegangen.
Unklar ist auch die tatsächliche Anzahl der Personen, die das Lager Salaspils durchliefen. Neueste Quellen gehen von bis zu 12.000 Gefangenen aus.
Bild:Salaspils, 1941/42, Häftlinge müssen einen Mithäftling schlagen, Bundesarchiv Koblenz
Salaspils, 1941/42, Häftlinge müssen einen Mithäftling schlagen, Bundesarchiv Koblenz

Bild:Salaspils, 2009, Gedenkwand auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
Salaspils, 2009, Gedenkwand auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
Das Denkmal stammt aus der sowjetischen Zeit Lettlands. Es wurde 1967 errichtet. Auf dem ehemaligen Appellplatz des Lagers stehen weithin sichtbar sieben überlebensgroße Skulpturen, die das Leid, die Zähheit und den Erfolg des Antifaschismus im Kampf gegen das NS-Regime verkörpern sollen.
Bild:Salaspils, 2009, Skulpturen auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
Salaspils, 2009, Skulpturen auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz

Bild:Salaspils, 2009, Skulpturen auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
Salaspils, 2009, Skulpturen auf dem Gelände der Gedenkstätte, Ronnie Golz
Name
Salaspils memoriāls
Adresse
Rīgas raj.
2121 Salaspils
Telefon
+371 (0)7 949 440
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.