• Gedenkstätte Peršmanhof
Am 25. April 1945 erschossen Angehörige des SS- und Polizeiregiments 13 im österreichischen Bad Eisenkappel, einem Ort in der Region Kärnten, elf Mitglieder einer slowenischen Familie. Sie lebten auf dem abgelegenen Peršmanhof, einem zentralen Stützpunkt für den Partisanenwiderstand gegen das nationalsozialistische Regime.
Seit 1981 besteht auf dem Peršmanhof ein kleines Museum. 1983 wurde ein Denkmal für die Kärntner Partisanen auf dem Vorplatz des Anwesens errichtet.
Bild:Bad Eisenkappel, 2006, Denkmal für die Kärntner Partisanen am Peršmanhof, Gudrun Blohberger
Bad Eisenkappel, 2006, Denkmal für die Kärntner Partisanen am Peršmanhof, Gudrun Blohberger
Wenige Tage vor Kriegsende, am 25. April 1945, fand auf dem abgelegenen Peršmanhof ein Massaker an einer Familie statt. Der Peršmanhof war einer der größten Bauernhöfe in der Region und zentraler Stützpunkt für den Partisanenwiderstand. In Kärnten entstanden ab 1940 zahlreiche Rückzugspunkte für Partisanen und Widerstandskämpfer der jugoslawischen »Befreiungsfront«. Spätestens ab Sommer 1942 beteiligten sich auch Angehörige der slowenischen Minderheit in Kärnten am Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Seit der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich 1938 waren sie von Unterdrückung und Vertreibung betroffen. So sah die offizielle Volkstumspolitik die gewaltsame Aussiedlung von etwa 50.000 Slowenen aus Südkärnten vor.
Mehr als 100 Partisanen gelang die Flucht, als am 25. April 1945 Angehörige des SS- und Polizeiregiments 13 den Peršmanhof stürmten. Anstelle der Partisanen erschossen Mitglieder des Regiments elf Angehörige der slowenischstämmigen Familie Sadovnik, die den Peršmanhof bewohnten. Den Hof brannten sie anschließend nieder. Drei Kinder der Familie überlebten den Überfall.
Bild:Bad Eisenkappel, 2006, Denkmal für die Kärntner Partisanen am Peršmanhof, Gudrun Blohberger
Bad Eisenkappel, 2006, Denkmal für die Kärntner Partisanen am Peršmanhof, Gudrun Blohberger
Angehörige des SS- und Polizeiregiments 13 erschossen elf Angehörige der slowenischstämmigen Familie Sadovnik, darunter vier Erwachsene und sieben Kinder.
Bild:Bad Eisenkappel, 2006, Jugendprojekt »Zeit(zu)reisen-potovanje skozi cas«, Gudrun Blohberger
Bad Eisenkappel, 2006, Jugendprojekt »Zeit(zu)reisen-potovanje skozi cas«, Gudrun Blohberger
Ende der 1940er Jahre wurde das Wohnhaus der Familie Sadovnik wiedererrichtet und von Angehörigen der Familie bewohnt. 1981 pachtete es der »Verband der Kärntner Partisanen« und eröffnete 1983 ein kleines Museum. Die Ausstellung des Museums informiert über die Geschichte des Widerstandskampfes gegen den Nationalsozialismus in der Region. Außerdem thematisiert es die Vertreibung der slowenischen Minderheit in Kärnten während des Nationalsozialismus und das Massaker von 1945.
1983 wurde auf dem Vorplatz des Museums ein Denkmal für die Partisanen Kärntens errichtet. Es zeigt drei Bronzefiguren, zwei Männer und eine Frau, in kämpferischer Haltung. Das Denkmal war bereits 1947 erstmals im nahe gelegenen Völkermarkt aufgestellt worden. Dort sprengten es Nationalisten jedoch 1953.

Name
Gedenkstätte Peršmanhof
Adresse
Koprein-Petzen 3
9135 Bad Eisenkappel
Telefon
+43 (0) 664 489 177 6
Web
http://www.persman.at
E-Mail
gblohber@edu.uni-klu.ac.at
Öffnungszeiten
Anfang Mai bis Ende Oktober:
Freitag und Samstag 10.00 bis 17.00,
Sonntag 9.00 bis 17.00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung
Angebot
Ausstellung zu den Themen Vertreibung der Slowenen nach dem »Anschluss« 1938, Widerstandsbewegung und -aktivitäten mit Schwerpunkt Kärnten, Verfolgung und Vertreibung der Kärntner Slowenen, Dokumentation zum Massaker am Peršmanhof,
Führungen mit Zeitzeugen für Besuchergruppen (nach Voranmeldung)