• Stalag XVIII C »Markt Pongau«
Im März 1941 begann die Wehrmacht mit dem Bau des Kriegsgefangenenlagers Stalag XVIII C »Markt Pongau«. Das Lager befand sich in Markt Pongau (heute: Sankt Johann im Pongau) im Nordwesten Österreichs nahe Salzburg. Die Kriegsgefangenen – in der Mehrheit aus Frankreich und der Sowjetunion – leisteten Zwangsarbeit in Betrieben der Umgebung und in der Landwirtschaft.
An die fast 4.000 Opfer des Lagers, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, erinnern heute verschiedene Denkmale, Gedenktafeln und Grabsteine.
Bild:Markt Pongau, o.J., Lagerstraße des STALAG »Markt Pongau«, Archiv Mooslechner/Stadler
Markt Pongau, o.J., Lagerstraße des STALAG »Markt Pongau«, Archiv Mooslechner/Stadler

Bild:Sankt Johann im Pongau, 2006, Gedenkstein auf dem »Russenfriedhof«, Annemarie Zierlinger
Sankt Johann im Pongau, 2006, Gedenkstein auf dem »Russenfriedhof«, Annemarie Zierlinger
Im März 1941 begann die Wehrmacht mit der Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers für etwa 10.000 Kriegsgefangene in dem Ort Markt Pongau. Das Stammlager (»Stalag«) war noch nicht fertig gestellt, als im Sommer 1941 bereits die ersten Kriegsgefangenen aus Frankreich eintrafen.
Bis Ende des Jahres 1941 stieg die Zahl der Gefangenen auf 30.000. Im so genannten »Südlager« waren vor allem Franzosen, Serben und Polen untergebracht, im etwas später errichteten »Nordlager« sowjetische Kriegsgefangene. Viele von ihnen mussten in Zelten unterkommen, da wegen der Überfüllung des Lagers nicht ausreichend Baracken vorhanden waren. Die Gefangenen leisteten Zwangsarbeit in Betrieben und in der Landwirtschaft.
Die sowjetischen Gefangenen, die die NS-Ideologie als »minderwertig« einstufte, waren im Lager besonders schlechten Bedingungen ausgesetzt. Tausende starben an Unterernährung und Krankheiten. Obwohl sie nur etwa ein Drittel der Inhaftierten im Lager ausmachten, waren unter den sowjetischen Gefangenen bei Weitem die meisten Todesopfer zu beklagen. Die Lagerleitung richtete eigens eine Grabstätte in der Nähe des Lagers ein, den so genannten »Russenfriedhof«.
Bild:Markt Pongau, o.J., Lagerstraße des STALAG »Markt Pongau«, Archiv Mooslechner/Stadler
Markt Pongau, o.J., Lagerstraße des STALAG »Markt Pongau«, Archiv Mooslechner/Stadler

Bild:Sankt Johann im Pongau, 2006, Gedenkstein auf dem »Russenfriedhof«, Annemarie Zierlinger
Sankt Johann im Pongau, 2006, Gedenkstein auf dem »Russenfriedhof«, Annemarie Zierlinger
Insgesamt sind etwa 4.000 Kriegsgefangene im Lager umgekommen. Die Mehrzahl, etwa 3.700, stammte aus der Sowjetunion.
Bild:Markt Pongau, o.J., Einsammeln der Toten, im Hintergrund das Zeltlager für sowjetische Kriegsgefangene, Archiv Mooslechner/Stadler
Markt Pongau, o.J., Einsammeln der Toten, im Hintergrund das Zeltlager für sowjetische Kriegsgefangene, Archiv Mooslechner/Stadler

Bild:Sankt Johann im Pongau, 2004, Schüler aus Sankt Johann bei einer Gedenkfeier am »Russenfriedhof«, Annemarie Zierlinger
Sankt Johann im Pongau, 2004, Schüler aus Sankt Johann bei einer Gedenkfeier am »Russenfriedhof«, Annemarie Zierlinger
Verschiedene Denkmale, Gedenktafeln und Grabsteine auf dem Ortsfriedhof und auf dem so genannten »Russenfriedhof« erinnern heute an die Opfer des Kriegsgefangenenlagers. Auf dem »Russenfriedhof« liegt die Mehrzahl der Opfer begraben. Mahnmale erinnern dort an 3.600 Gefangene, davon 3.542 aus der damaligen UdSSR.
Für die Gedenkstätte ist die Gemeinde Sankt Johann im Pongau, das österreichische Innenministerium und die Kriegsgräberfürsorge »Schwarzes Kreuz« zuständig. Auch einzelne Personen im Ort und Schülerinitiativen engagieren sich seit Jahrzehnten dafür, die Erinnerung an die Geschichte des Lagers und seine Opfer wach zu halten.
Bild:Sankt Johann im Pongau, 2006, Gedenkstein auf dem »Russenfriedhof«, Annemarie Zierlinger
Sankt Johann im Pongau, 2006, Gedenkstein auf dem »Russenfriedhof«, Annemarie Zierlinger

Name
Stalag XVIII C »Markt Pongau«
Telefon
+43 (0) 641 280 010
Fax
+43 (0) 641 280 05
Web
http://www.erinnern.at
E-Mail
office@stjohannimpongau.at
Öffnungszeiten
Die Denkmale auf dem Ortsfriedhof sind jederzeit zugänglich.