• Denkmal »Smijowskaja-Schlucht«
Das Denkmal »Smijowskaja-Schlucht« wurde am 9. Mai 1975 von der Stadtverwaltung Rostow am Don eröffnet. Es erinnert an mindestens 15.000 Juden, die hier ermordet wurden. Allein zwischen dem 11. und dem 13. August 1942 ermordeten Angehörige des SS-Sonderkommandos 10a hier über 2.000 Juden.
Bild:Rostow am Don, 2010, Ansicht des Denkmals in der Smijowskaja-Schlucht, Jurij Dombrowskij
Rostow am Don, 2010, Ansicht des Denkmals in der Smijowskaja-Schlucht, Jurij Dombrowskij

Bild:Rostow am Don, August 1997, Ansicht des Denkmals in der Smijowskaja-Schlucht, Nautschno-proswetitel'skij Zentr »Holocaust«, Sergej Schpagin
Rostow am Don, August 1997, Ansicht des Denkmals in der Smijowskaja-Schlucht, Nautschno-proswetitel'skij Zentr »Holocaust«, Sergej Schpagin
Am 21. November 1941 besetzten deutsche Truppen für acht Tage Rostow am Don. Die Stadt wurde von der Roten Armee zurückerobert und bis Juli 1942 gehalten. Während dieser Zeit konnte der überwiegende Teil der jüdischen Bevölkerung von Rostow fliehen. Am 23. Juli 1942 besetzte die Wehrmacht Rostow ein zweites Mal. Zusammen mit der Wehrmacht traf das SS-Sonderkommando (SK) 10a unter dem Kommando von Heinrich Seetzen ein. Bis zum 2. August 1942 nahmen SK 10a und Geheime Feldpolizei etwa 700 Personen fest, von denen sie ungefähr 400 als »Partisanen und Parteileute« exekutierten. Danach begann das SK die mindestens 2.000 in Rostow verbliebenen Juden zu registrieren, vor allem Alte, Gebrechliche, Frauen und Kinder. Sie mussten sich am 11. August 1942 zu Sammelstellen begeben. Von dort aus brachte sie das SK zur sogenannten Schlangenschlucht, nahe der Siedlung Smijowka. Hier erschossen Seetzen und seine Leute die Rostower Juden. Die Erschießungen dauerten den ganzen Tag und wurden an den nächsten beiden Tagen fortgesetzt. Zusätzlich setzte die SS am 12. und 13. August auch »Gaswagen« ein. Bis Februar 1943 ermordete die SS bei weiteren Massenerschießungen mehrere Tausend Juden in der »Smijowskaja-Schlucht«.
Bild:Rostow am Don, 2010, Ansicht des Denkmals in der Smijowskaja-Schlucht, Jurij Dombrowskij
Rostow am Don, 2010, Ansicht des Denkmals in der Smijowskaja-Schlucht, Jurij Dombrowskij

Bild:Rostow am Don, August 1997, Ansicht des Denkmals in der Smijowskaja-Schlucht, Nautschno-proswetitel'skij Zentr »Holocaust«, Sergej Schpagin
Rostow am Don, August 1997, Ansicht des Denkmals in der Smijowskaja-Schlucht, Nautschno-proswetitel'skij Zentr »Holocaust«, Sergej Schpagin
Mindestens 2.000 Juden aus Rostow erschossen die Männer des SS-Sonderkommandos 10a zwischen dem 11. und dem 13. August 1942. Insgesamt wurden bis Februar 1943 zwischen 15.000 und 18.000 Juden in der »Smijowskaja-Schlucht« ermordet. Die Zahl der Opfer ist womöglich noch höher.
Bild:Rostow am Don, 2010, Gedenkveranstaltung am Denkmal, Jurij Dombrowskij
Rostow am Don, 2010, Gedenkveranstaltung am Denkmal, Jurij Dombrowskij
Das Denkmal »Smijowskaja-Schlucht« wurde vom Architekten Nik Awedikow auf Initiative der städtischen Vertreter der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) und der Stadtverwaltung von Rostow am Don errichtet. Es wurde am 9. Mai 1975, dem 30. Jahrestag des »Sieges im Großen Vaterländischen Krieg« feierlich eingeweiht.
Das Denkmal in Rostow hat hohe symbolische Bedeutung, da das Massaker in der »Smijowskaja-Schlucht« als der größte einzelne Massenmord an Juden auf russischem Gebiet gilt. 2011 erregte ein Streit um das Denkmal internationale Aufmerksamkeit: Mit der Begründung, dass es nicht erwiesen sei, dass in der Schlucht vor allem Juden ermordet worden seien, ließ die Stadtverwaltung die Gedenktafel auf dem Denkmal durch eine neue ersetzen, auf der nicht mehr ausdrücklich Juden als Opfer genannt werden. Wie früher in der Sowjetunion üblich, ist in der Inschrift stattdessen nur noch von »friedlichen Sowjetbürgern« die Rede, die »während der Periode des Großen Vaterländischen Krieges« »durch faschistische Eindringlinge vernichtet« worden seien. Auf der früheren Tafel waren hingegen noch die Wörter »Juden« und »Holocaust« sowie eine Menora zu sehen.
Bild:Rostow am Don, 2009, Ansicht des Denkmals, Vadim Anohin
Rostow am Don, 2009, Ansicht des Denkmals, Vadim Anohin

Bild:Rostow am Don, 2011, Die inzwischen entfernte Gedenktafel, Jurij Dombrowskij
Rostow am Don, 2011, Die inzwischen entfernte Gedenktafel, Jurij Dombrowskij
Name
Memorial »Smiewskaja Balka«
Adresse
Zentrum »Holocaust«, Smijowskaja-Schlucht
344015 Rostow-na-Donu
Telefon
+7 903 402 08 95
E-Mail
s.shpagin@mail.ru
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.