• Gedenkstätte »Köpenicker Blutwoche Juni 1933«
Die Ausstellung in der Gedenkstätte »Köpenicker Blutwoche Juni 1933« erinnert an die im Juni 1933 von der SA gefolterten und ermordeten politischen Gegner des Nationalsozialismus.
Bild:Berlin, 2000, Gedenkstätte im Mitteltrakt des Gefängnisgebäudes, Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, Claus-Dieter Sprink
Berlin, 2000, Gedenkstätte im Mitteltrakt des Gefängnisgebäudes, Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, Claus-Dieter Sprink
Vor der nationalsozialistischen »Machtergreifung« im Januar 1933 war die Sturmabteilung (SA) der NSDAP vor allem verantwortlich für den Schutz von Propagandaveranstaltungen der Partei, sie war aber auch an Straßenkämpfen beteiligt. Nach der Machtübernahme durfte sie jedoch eigenhändig Verhaftungen vornehmen und Gefängnisse einrichten. Es kam zu einer Welle von gewalttätigen Übergriffen auf politisch Andersdenkende und Juden durch die SA in einem bis dahin unbekannten Ausmaß.
Am 21. Juni 1933 beschlagnahmte die SA das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis in Berlin-Köpenick als zentrale Haft- und Folterstätte. In den darauf folgenden Tagen verhafteten Angehörige der SA mit Hilfe der SS und Gestapo-Verbänden willkürlich mehrere hundert Personen aus Berlin-Köpenick und den angrenzenden Bezirken. Ihnen wurde die Teilnahme an politischen Aktivitäten unterstellt, die sich gegen die neue Reichsführung richteten. Viele der Gefangenen wurden in eilig eingerichtete SA-»Sturmlokale« und in das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis geschleppt. In der ehemaligen Gefängniskapelle des Amtsgerichtsgefängnisses verhörten und folterten SA-Leute die Frauen und Männer. Einige von ihnen überlebten die brutalen Verhörmethoden nicht.
Bild:Berlin, 2000, Gedenkstätte im Mitteltrakt des Gefängnisgebäudes, Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, Claus-Dieter Sprink
Berlin, 2000, Gedenkstätte im Mitteltrakt des Gefängnisgebäudes, Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, Claus-Dieter Sprink
Die festgehaltenen und gefolterten Frauen und Männer gehörten unterschiedlichen politischen Parteien und Richtungen an. Zu den Opfern gehörten auch Juden und weltanschauliche Gegner des Nationalsozialismus. Wahrscheinlich 23 der Gefangenen wurden in der Woche vom 21. bis 26. Juni 1933 von Mitgliedern der SA im Raum Berlin-Köpenick ermordet.
Bild:Berlin, 2008, Wand zum Gedenken an die Opfer der »Köpenicker Blutwoche«, Uwe Meinel
Berlin, 2008, Wand zum Gedenken an die Opfer der »Köpenicker Blutwoche«, Uwe Meinel
Im Mai 1980 entstand in einer Kellerzelle des ehemaligen Gefängnisses eine erste Gedenkstätte für die Opfer der »Köpenicker Blutwoche«. Sie wurde im September 1987 wesentlich erweitert und als »Traditionskabinett des antifaschistischen Widerstandskampfes in Berlin-Köpenick 1933-1945« der Öffentlichkeit vorgestellt.
Seit Juni 1993 befindet sich hier die Gedenkstätte »Köpenicker Blutwoche Juni 1933«.
Sie wird vom Bezirksamt Treptow-Köpenick verwaltet und gehört zum Fachbereich Heimatmuseum Treptow-Köpenick, das von einem Förderverein unterstützt wird.
Bild:Berlin, 2008, Zellentrakt im Obergeschoss der Gedenkstätte, Uwe Meinel
Berlin, 2008, Zellentrakt im Obergeschoss der Gedenkstätte, Uwe Meinel

Name
Gedenkstätte »Köpenicker Blutwoche Juni 1933«
Adresse
Puchanstraße 12
12555 Berlin
Telefon
+49 (0)30 902 975 629
Fax
+49 (0)30 902 975 630
Web
http://www.heimatmuseum-koepenick.de
E-Mail
info@heimatmuseum-koepenick.de
Öffnungszeiten
Donnerstags 10.00 bis 18.00
Angebot
Führungen außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung, Ton- und Dokumentenarchiv, Präsenzbibliothek