• Jüdisches Kulturmuseum Augsburg – Schwaben
In der von 1914 bis 1917 erbauten Synagoge in der Augsburger Halderstraße befindet sich seit der Neuweihung der Synagoge 1985 auch das Jüdische Kulturmuseum Augsburg – Schwaben. Während der Novemberpogrome 1938 plünderten Nationalsozialisten die Synagoge und steckten sie in Brand, das Gebäude blieb jedoch erhalten. Mehr als die Hälfte der jüdischen Gemeindemitglieder starb in den Ghettos und Vernichtungslagern.
Bild:Augsburg, um 1920, Die Synagoge kurz nach ihrer Fertigstellung, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg–Schwaben, Heinz Glässel
Augsburg, um 1920, Die Synagoge kurz nach ihrer Fertigstellung, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg–Schwaben, Heinz Glässel

Bild:Augsburg, 2003, Das Jüdische Kulturmuseum, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg–Schwaben, Silvio Wyszengrad
Augsburg, 2003, Das Jüdische Kulturmuseum, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg–Schwaben, Silvio Wyszengrad
Seit dem 13. Jahrhundert gibt es Belege für eine jüdische Gemeinde in Augsburg, ab etwa 1290 sind neben der Synagoge auch ein Bad und eine jüdische Schule überliefert. Nach Jahrhunderten der einander abwechselnden Perioden von Duldung und Vertreibung der Juden in Augsburg begann Anfang des 19. Jahrhunderts der Aufstieg der jüdischen Gemeinde: Ein Betsaal wurde eingerichtet und am 7. April 1865 eine neue Synagoge geweiht. Für die schnell wachsende Gemeinde wurde das Gebäude bald zu klein, die Gemeinde setzte sich für einen Neubau ein. 1914 begannen die Bauarbeiten für die neue Synagoge in der Halderstraße nach einem Entwurf des Architekten Fritz Landauer. Am 4. April 1917 wurde sie eingeweiht.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann die schrittweise Verdrängung der Juden aus dem öffentlichen Leben: sie wurden aus ihren Berufen gedrängt und mussten ihre Geschäfte und Firmen deutlich unter Wert zu verkaufen, später wurden jüdische Kinder gezwungen öffentliche Schulen zu verlassen. In der Nacht vom 9./10. November 1938 drangen bewaffnete Männer in die Synagoge ein, zerstörten die Inneneinrichtung und steckten das Gebäude in Brand. Noch in der Nacht löschte die Feuerwehr den Brand, um die umliegenden Häuser und ein benachbartes Tanklager zu schützen. Etwa 150 Augsburger Juden wurden in dieser Nacht verhaftet und für etwa einen Monat in das Konzentrationslager Dachau gebracht. In den folgenden Jahren wanderte ein Teil der Gemeinde aus Deutschland aus. Die SS verschleppte zwischen 1941 und 1943 die in Augsburg gebliebenen Juden in die Ghettos und Vernichtungslager im Osten.
Bild:Augsburg, um 1920, Die Synagoge kurz nach ihrer Fertigstellung, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg–Schwaben, Heinz Glässel
Augsburg, um 1920, Die Synagoge kurz nach ihrer Fertigstellung, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg–Schwaben, Heinz Glässel

Bild:Augsburg, 2003, Das Jüdische Kulturmuseum, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg–Schwaben, Silvio Wyszengrad
Augsburg, 2003, Das Jüdische Kulturmuseum, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg–Schwaben, Silvio Wyszengrad
Von der etwa 1.200 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde Augsburg konnten ungefähr 560 ins Ausland fliehen. Über 600 Menschen wurden von der SS in Ghettos und Konzentrationslagern ermordet.
Bild:Augsburg, nach 1945, Der 1938 demolierte Innenraum der Synagoge, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben
Augsburg, nach 1945, Der 1938 demolierte Innenraum der Synagoge, Stiftung Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben

Bild:Augsburg, 2010, Panoramaaufnahme des Innenraums der Synagoge, Ulrich Wagner
Augsburg, 2010, Panoramaaufnahme des Innenraums der Synagoge, Ulrich Wagner
Bereits 1946 gründeten Überlebende die Israelitische Kultusgemeinde Augsburg neu. 1963/64 wurde ein Teil des Synagogengebäudes zur sogenannten kleinen Synagoge umgebaut, in der fortan die Gottesdienste stattfanden. Zeitgleich mit der Neuweihe der Hauptsynagoge am 1. September 1985 wurde im westlichen Trakt des Gebäudekomplexes das Jüdische Kulturmuseum Augsburg als erstes jüdisches Museum in Bayern eröffnet. Seit 2006 präsentiert das Museum eine neue Dauerausstellung über die Geschichte der jüdischen Gemeinde Augsburg.
Bild:Augsburg, 2006, Dauerausstellung, Blick in die Abteilung »Landjudentum«, Innenarchitekturbüro Kolb
Augsburg, 2006, Dauerausstellung, Blick in die Abteilung »Landjudentum«, Innenarchitekturbüro Kolb

Name
Jüdisches Kulturmuseum Augsburg – Schwaben
Adresse
Halderstraße 6-8
86150 Augsburg
Telefon
+49 (0)821 513 658
Fax
+49 (0)821 513 626
Web
http://www.jkmas.de
E-Mail
office@jkmas.de
Öffnungszeiten
Dienstag bis Donnerstag: 9.00 bis 18.00
Freitag: 9.00 bis 16.00
Sonntag: 10.00 bis 17.00
jeden 1. Mittwoch im Monat: 9.00 bis 20.00
Montags, sonnabends und an jüdischen Feiertagen sowie am 24./25. Dezember und Ostersonntag geschlossen
Angebot
Führungen, Bibliothek