• Museum der Konferenz von Jalta
Im Liwadija-Palast im Badeort Jalta auf der Halbinsel Krim erinnert ein Museum an die Konferenz der Alliierten, die im Februar 1945 die Neuordnung Europas in der Nachkriegszeit zum Thema hatte.
Bild:Jalta, 1945, Die »drei Großen« Churchill, Roosevelt und Stalin bei der Konferenz, gemeinfrei
Jalta, 1945, Die »drei Großen« Churchill, Roosevelt und Stalin bei der Konferenz, gemeinfrei

Bild:Jalta, 2011, Fronstseite des Liwadija-Palastes, Armin Krake
Jalta, 2011, Fronstseite des Liwadija-Palastes, Armin Krake
Nach dem Kriegseintritt der USA 1941 und der sich abzeichnenden Niederlage Deutschlands durch die Kriegswende im Winter 1942/43 trafen sich die Regierungschefs der drei Hauptalliierten USA, Großbritannien und Sowjetunion ab 1943 zu mehreren Konferenzen. Bei diesen Treffen wurde vor allem über den Nachkriegsstatus Deutschlands und der Staaten Osteuropas beraten. Die zweite dieser Gipfeltreffen fand auf sowjetischem Gebiet statt, im Seebad Jalta auf der Halbinsel Krim. Vom 4. bis 11. Februar 1945 trafen sich die Staats- und Regierungschefs Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt und Josef Stalin im Liwadija-Palast in Jalta, der ehemaligen Sommerresidenz des letzten russischen Zaren. Die Alliierten beschlossen dort die prinzipielle Aufteilung Deutschlands nach dem Krieg, einigten sich aber noch nicht über Grenzverläufe. Wichtigster Tagesordnungspunkt der Konferenz war die Zukunft Polens: Die Alliierten verabschiedeten die Grenzverschiebung Polens Richtung Westen entlang der Curzon-Linie. Diese Linie von Grodno über Brest bis Przemyśl war bereits 1919 als Ostgrenze Polens vorgeschlagen worden. Zum Ausgleich sollte Polen Gebiete im Norden und Westen zu Lasten des Deutschen Reichs erhalten. Zudem verständigten sich Churchill, Roosevelt und Stalin auf die Gründung der Vereinten Nationen sowie den Kriegseintritt der Sowjetunion gegen Japan nach der deutschen Kapitulation. Die Interessen der drei Mächte waren zwar zu unterschiedlich, um in den Fragen der territorialen Neuordnung Europas konkrete Ergebnisse zu bringen, die Verhandlungen liefen dennoch darauf hinaus, dass allen voran die Sowjetunion versuchte, ihren Einfluss in Osteuropa aufrechtzuerhalten und auszubauen.
Bild:Jalta, 1945, Die »drei Großen« Churchill, Roosevelt und Stalin bei der Konferenz, gemeinfrei
Jalta, 1945, Die »drei Großen« Churchill, Roosevelt und Stalin bei der Konferenz, gemeinfrei

Bild:Jalta, 2011, Fronstseite des Liwadija-Palastes, Armin Krake
Jalta, 2011, Fronstseite des Liwadija-Palastes, Armin Krake
Die Konferenz von Jalta 1945 diente dazu, die Richtlinien für die Neuregelung der europäischen Staaten nach Ende des Zweiten Weltkriegs zu entwickeln. Zwar wurden noch keine konkreten Beschlüsse gefasst, dennoch legte die Konferenz den Grundstein für die weiteren Entwicklungen, wie etwa die Westverschiebung Polens und die Vertreibung von Millionen Deutscher aus den ehemaligen Ostgebieten sowie die Umsiedlung von Millionen Polen aus der heutigen Ukraine. Ebenso deutete sich bereits an, dass die Sowjetunion die besetzten Staaten Osteuropas unter ihren Einfluss bringen würde.
Bild:Jalta, 1945, Die alliierten Außenminister und ihre Mitarbeiter bei einer Besprechung, National Archives and Records Administration, gemeinfrei
Jalta, 1945, Die alliierten Außenminister und ihre Mitarbeiter bei einer Besprechung, National Archives and Records Administration, gemeinfrei

Bild:Jalta, 2002, Konferenztisch im Museum, Podvalov
Jalta, 2002, Konferenztisch im Museum, Podvalov
Ein erster Sommerpalast der russischen Zarenfamilie entstand in Jalta, genauer gesagt im Vorort Liwadija, ab 1862. Nachdem das Gebäude wegen starker Schäden durch Grundwasser abgerissen werden musste, ließ Zar Nikolaus II. (1868 – 1918) 1910 den heutigen »Weißen Palast« erbauen.
1974 wünschte US-Präsident Nixon während seines offiziellen Staatsbesuchs der Sowjetunion den Tagungsort der Konferenz von Jalta zu besichtigen. Aus diesem Anlass wurde ein Museum im Erdgeschoss des Liwadija-Palasts eingerichtet, das sich der Konferenz von 1945 widmet. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1992, seit dem die Halbinsel Krim zur Ukraine gehört, wurde auch das Obergeschoss mit den ehemaligen Zarengemächern wieder zugänglich gemacht. Im Museum gibt es häufig Sonderausstellungen und Veranstaltungen mit Bezug auf die Konferenz von Jalta, aber auch auf die Zarendynastie der Romanows.
Bild:Jalta, 2011, Innenhof des Liwadija-Palastes mit Garten, Armin Krake
Jalta, 2011, Innenhof des Liwadija-Palastes mit Garten, Armin Krake

Bild:Jalta, 2011, Konferenzsaal, Armin Krake
Jalta, 2011, Konferenzsaal, Armin Krake
Name
Liwadizkij Dworec-Muzej
Adresse
ul. Baturina 44-а
98655 Jalta
Telefon
+380 (0)654 315 579
Web
http://www.livadia-palace.crimea.com
E-Mail
livadiapalace@ukr.net
Öffnungszeiten
Täglich 10.00 bis 16.00
Angebot
Ausstellung, Konferenzräume, Bibliotheken, Parkanlagen, Wechselausstellungen