• Denkmal für die ermordeten Juden aus Trondheim und Nordnorwegen
Juli 1945 wurde mit der Neugründung der jüdischen Gemeinde in Trondheim auch die Initiative ins Leben gerufen, auf dem jüdischen Friedhof ein Denkmal für die Juden Trondheims und Nordnorwegens zu errichten, die während der Zeit der deutschen Besatzung ermordet wurden.
Bild:Trondheim, 13. Oktober 1947, Eröffnungszeremonie des Denkmals auf dem jüdischen Friedhof Trondheim, Bjarte Bruland
Trondheim, 13. Oktober 1947, Eröffnungszeremonie des Denkmals auf dem jüdischen Friedhof Trondheim, Bjarte Bruland

Bild:Trondheim, 2010, Denkmal für die ermordeten Juden aus Trondheim und Nordnorwegen, Lise Utne
Trondheim, 2010, Denkmal für die ermordeten Juden aus Trondheim und Nordnorwegen, Lise Utne
Im April 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht das bis dahin neutrale Norwegen. Die meisten der etwa 1.300 norwegischen Juden lebten zu diesem Zeitpunkt vor allem in den Städten Oslo und Trondheim. Dazu kamen bis zu 600 jüdische Flüchtlinge aus anderen europäischen Ländern. Im September setzte die deutsche Besatzungsmacht eine norwegische Kollaborationsregierung ein, die unter Kontrolle des deutschen Reichskommissars Josef Terboven (1898–1945) stand. Ab Juni 1941 betrieben die deutschen Besatzer und norwegische Nationalisten die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung immer radikaler. Nachdem ihr Vermögen zum großen Teil beschlagnahmt wurde, wurden im Oktober 1942 schließlich alle Juden in Norwegen verhaftet.
Im November 1942 und im Februar 1943 deportierte die SS 690 Juden aus Norwegen, die meisten in das Vernichtungslager Auschwitz. 80 weitere Juden wurden bei anderen Aktionen deportiert. Nur 30 Deportierte überlebten. 21 Juden fanden in Norwegen selbst den Tod. Etwa 900 Juden aus Norwegen war die Flucht nach Schweden gelungen. Insgesamt wurden von 1940 bis 1945 etwa 765 Juden aus Norwegen ermordet, mehr als 40 Prozent der jüdischen Bevölkerung des Landes.
Aus der Region Trondheim und Nordnorwegen sind 130 Juden im Holocaust ermordet worden.
Bild:Trondheim, 13. Oktober 1947, Eröffnungszeremonie des Denkmals auf dem jüdischen Friedhof Trondheim, Bjarte Bruland
Trondheim, 13. Oktober 1947, Eröffnungszeremonie des Denkmals auf dem jüdischen Friedhof Trondheim, Bjarte Bruland

Bild:Trondheim, 2010, Denkmal für die ermordeten Juden aus Trondheim und Nordnorwegen, Lise Utne
Trondheim, 2010, Denkmal für die ermordeten Juden aus Trondheim und Nordnorwegen, Lise Utne
Das Denkmal ist den 130 Juden aus Trondheim und Nordnorwegen gewidmet, die während der deutschen Besatzung ermordet wurden.
Bild:Trondheim, 2010, Namen auf dem Denkmal, Lise Utne
Trondheim, 2010, Namen auf dem Denkmal, Lise Utne

Bild:Trondheim, 2010, Detailansicht des Denkmals, Lise Utne
Trondheim, 2010, Detailansicht des Denkmals, Lise Utne
Am 31. Juli 1945, dem Tag der Neugründung der jüdischen Gemeinde in Trondheim, wurde eine Initiative ins Leben gerufen, auf dem Gemeindefriedhof ein Denkmal für die jüdischen Opfer des deutschen Besatzungsregimes zu errichten.
Nachdem 1947 genügend Mittel gesammelt worden waren, beauftragte das Denkmalkomitee den dänisch-jüdischen Bildhauer Harald Isenstein mit der Gestaltung des Denkmals. Die Widmung erinnert an die während der deutschen Besatzung zwischen 1940 und 1945 erschossenen, deportierten und ermordeten Juden Trondheims und Nordnorwegens.
Die Steinskulptur hat einen niedrigen, altarförmigen Sockel, von dem sich drei, etwa zwei Meter hohe Säulen erheben. Auf diesen sind auf den beiden Seiten die Namen der 130 Opfer aus der Umgebung eingraviert.
Seit 1997 gibt es ein kleines Jüdisches Museum in Trondheim. Es befindet sich im Gebäude einer ehemaligen Synagoge in der Arkitekt Christies gate in der Innenstadt.
Bild:Trondheim, 2010, Widmung auf dem Denkmal, Lise Utne
Trondheim, 2010, Widmung auf dem Denkmal, Lise Utne

Bild:Trondheim, 2017, Jüdisches Museum, Stiftung Denkmal
Trondheim, 2017, Jüdisches Museum, Stiftung Denkmal
Name
Minnesmerket over de døde jøder i Trondheim og det nordafjeldske
Adresse
Thomas von Westens gate
7412 Trondheim
Telefon
+47 401 69 801
Web
http://jodiskemuseum.no/
E-Mail
jodiskmuseumtrondheim@gmail.com
Öffnungszeiten
Das Denkmal ist jederzeit zugänglich. Das Jődische Museum hat unregelmäßige Öffnungszeiten.