• Pinkassynagoge Prag
Die zum Jüdischen Museum gehörende Pinkassynagoge ist der zentrale Erinnerungsort an die Opfer des Holocaust in Prag. An den Wänden im Innenraum stehen die Namen von 80.000 Juden aus Böhmen und Mähren, die im Holocaust ums Leben gekommen sind.
Bild:Prag, o.D., Josefstadt mit der Altneusynagoge und dem Jüdischen Rathaus auf einer Postkarte, Stiftung Denkmal
Prag, o.D., Josefstadt mit der Altneusynagoge und dem Jüdischen Rathaus auf einer Postkarte, Stiftung Denkmal

Bild:Prag, 2008, Namen von Holocaustopfern aus Böhmen und Mähren an der Wand der Pinkassynagoge, Rachel Young
Prag, 2008, Namen von Holocaustopfern aus Böhmen und Mähren an der Wand der Pinkassynagoge, Rachel Young
Die jüdische Gemeinde in Prag bestand seit dem 10. Jahrhundert. Die Stadt wurde zu einem Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. 1930 lebten hier 35.000 Juden, gleichberechtigte Staatsbürger der demokratischen Tschechoslowakei. Der Mittelpunkt jüdischen Lebens war die Josefstadt, wo in direkter Nachbarschaft des Alten jüdischen Friedhofs auch die 1535 erbaute Pinkassynagoge stand.
Unmittelbar nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im März 1939 begann die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Sie wurde aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt und zur Auswanderung gedrängt. 1941 begann die deutsche Führung mit systematischen Verschleppungen von Juden aus Prag, zuerst in das Ghetto Lodz, später in die böhmische Festung Theresienstadt, die zu einem Ghetto umgestaltet wurde.
Die meisten jüdischen Gefangenen von Theresienstadt wurden ab 1942 in Ghettos, Vernichtungslager und Erschießungsstätten in besetzten östlichen Gebieten deportiert. Nur eine kleine Minderheit der Prager Juden überlebte den Krieg.
Bild:Prag, o.D., Josefstadt mit der Altneusynagoge und dem Jüdischen Rathaus auf einer Postkarte, Stiftung Denkmal
Prag, o.D., Josefstadt mit der Altneusynagoge und dem Jüdischen Rathaus auf einer Postkarte, Stiftung Denkmal

Bild:Prag, 2008, Namen von Holocaustopfern aus Böhmen und Mähren an der Wand der Pinkassynagoge, Rachel Young
Prag, 2008, Namen von Holocaustopfern aus Böhmen und Mähren an der Wand der Pinkassynagoge, Rachel Young
Von den 35.000 Juden, die vor 1939 in Prag lebten, überlebten weniger als 5.000 Verfolgung und Krieg. Insgesamt kamen etwa 80.000 Juden aus Böhmen und Mähren während des Holocaust um.
Bild:Prag, 1942, Deportation von Juden nach Theresienstadt, Yad Vashem
Prag, 1942, Deportation von Juden nach Theresienstadt, Yad Vashem

Bild:Prag, 2003, Pinkas-Synagoge, Židovské muzeum v Praze, Dana Cabanová
Prag, 2003, Pinkas-Synagoge, Židovské muzeum v Praze, Dana Cabanová
Das 1906 gegründete Jüdische Museum wurde nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im März 1939 zunächst geschlossen. 1942 eröffneten die Nationalsozialisten ein »Jüdisches Zentralmuseum«, in dem Kunst- und Kultgegenstände aus aufgelösten jüdischen Gemeinden Böhmens und Mährens gehortet wurden.
Während der kommunistischen Ära beschränkten sich die Aufgaben des neu gegründeten und nunmehr staatlichen Museums auf den Erhalt der Bestände. Seit 1994 befindet sich das Museum in der Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde. Das Museum bewohnt nicht ein einzelnes Gebäude, sondern erstreckt sich auf mehrere Objekte in der Josefstadt. Auch die Pinkassynagoge gehört zu diesem Komplex.
Die Synagoge wurde zwischen 1954 und 1959 in eine Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust aus Böhmen und Mähren umgestaltet. Die Künstler Jiři John und Václav Boštik malten die Namen von den etwa 80.000 Opfern alphabetisch geordnet an die Innenwände.
1968 wurde die Synagoge durch Wassereinbruch beschädigt und geschlossen. Die kommunistischen Machthaber hatten wenig Interesse an einem jüdischen Gedenkort, so dass sich die notwendigen Renovierungsarbeiten über zwei Jahrzehnte verzögerten und die Synagoge geschlossen blieb. Erst in den 1990er Jahren konnte die Pinkassynagoge als Gedenkstätte wieder eröffnet werden.
Bild:Prag, 2008, Innenansicht der Pinkassynagoge, Rachel Young
Prag, 2008, Innenansicht der Pinkassynagoge, Rachel Young

Bild:Prag, 2008, Innenansicht der Pinkassynagoge, Rachel Young
Prag, 2008, Innenansicht der Pinkassynagoge, Rachel Young
Name
Pinkasova synagoga
Adresse
Široká 23/3
11000 Praha
Telefon
+0420 (0)221 711 511
Fax
+0420 (0)222 749 300
Web
http://www.jewishmuseum.cz
E-Mail
office@jewishmuseum.cz
Öffnungszeiten
Die Ausstellungen sind täglich geöffnet, außer an Samstagen und an jüdischen Feiertagen.
November bis März: 9.00 bis 16.30,
April bis Oktober: 9.00 bis 18.00
Angebot
Führungen, Workshops, Abendveranstaltungen, Archiv