• Zentrales Museum des Großen Vaterländischen Krieges
Im »Park des Sieges« auf dem Moskauer »Verbeugungsberg« erinnern unter anderem das Museum des Großen Vaterländischen Krieges und das Denkmal »Tragödie der Völker« an das Leid und die Verluste der Sowjetunion, vor allem aber an den Heldenmut der Soldaten der Roten Armee zwischen 1941 und 1945.
Bild:Stalingrad, Januar 1943, Über dem zentralen Platz in Stalingrad weht die sowjetische Fahne, Bundesarchiv, Bild 183-W0506-316
Stalingrad, Januar 1943, Über dem zentralen Platz in Stalingrad weht die sowjetische Fahne, Bundesarchiv, Bild 183-W0506-316

Bild:Moskau, 2004, Zentrales Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Stiftung Denkmal
Moskau, 2004, Zentrales Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Stiftung Denkmal
Am 1. September 1939 überschritt die deutsche Wehrmacht die Grenze zum Nachbarland Polen, ab dem 17. September marschierte die Rote Armee von Osten ein. Gemeinsam besiegelten das Deutsche und die Sowjetunion die vierte polnische Teilung und teilten weitere Gebiete Osteuropas unter sich auf. Dieses Zweckbündnis, geschlossen im sogenannten Hitler-Stalin-Pakt am 23. August 1939, zerbrach, als deutsche Einheiten in den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 die Sowjetunion angriffen und einen Vernichtungskrieg ohne Beispiel begannen. Moskaus Diktator und oberster Heerführer, Generalissimus Josef Stalin, rief zur Abwehr auf und nannte diesen Kampf in Anlehnung an den siegreichen russischen Verteidigungskrieg gegen Napoleon 1812, der »Vaterländischer Krieg« genannt wird, »Großen Vaterländischen Krieg«. Nach riesigen Verlusten in den ersten Kriegsmonaten erholte sich die Rote Armee allmählich, vor allem gelang es der Sowjetunion, große Teile der Kriegsproduktion ins Hinterland zu verlagern. Hinter der Front störten Partisanen die Nachschublinien der Wehrmacht. Die sowjetischen Siege in Stalingrad (Winter 1942/43) und Kursk (Juli 1943) beendeten schließlich den deutschen Vormarsch und leiteten die Wende des Krieges im Osten ein. Sowjetische Gegenoffensiven führten letztendlich zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8./9. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst und zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Die folgenden Jahrzehnte hielt die Supermacht Sowjetunion große Teile Osteuropas besetzt.
Bild:Stalingrad, Januar 1943, Über dem zentralen Platz in Stalingrad weht die sowjetische Fahne, Bundesarchiv, Bild 183-W0506-316
Stalingrad, Januar 1943, Über dem zentralen Platz in Stalingrad weht die sowjetische Fahne, Bundesarchiv, Bild 183-W0506-316

Bild:Moskau, 2004, Zentrales Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Stiftung Denkmal
Moskau, 2004, Zentrales Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Stiftung Denkmal
Während des Zweiten Weltkrieges fanden etwa 27 Millionen sowjetische Bürger den Tod, darunter 18 Millionen Zivilisten. Schätzungsweise 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene gab die nationalsozialistische Führung dem Hungertod preis.
Bild:o.O., August 1942, Sowjetische Kriegsgefangene im Lager, Bundesarchiv, Bild 183-B21845, Wahner
o.O., August 1942, Sowjetische Kriegsgefangene im Lager, Bundesarchiv, Bild 183-B21845, Wahner

Bild:Moskau, o.D., Denkmal »Tragödie der Völker«, Stiftung Denkmal
Moskau, o.D., Denkmal »Tragödie der Völker«, Stiftung Denkmal
Bereits 1942 war ein Wettbewerb für einen »Erinnerungskomplex zu Ehren unseres Sieges« in Moskau ausgerufen worden. 1961 wurde dann der »Park des Sieges« (Park Pobjedy) auf dem Moskauer »Verbeugungsberg« (Poklonnaja gora) angelegt. Zunächst war der Park dem Sieg über Napoleon 1812 gewidmet, doch mit dem Erlass des sowjetischen Kulturministeriums über die Errichtung eines Zentralen Museums des Großen Vaterländischen Krieges vom März 1986 erhielt er eine zweite Bestimmung. Dieses Großprojekt wurde dann – trotz des Zusammenbruchs des Kommunismus und der Auflösung der Sowjetunion in der Zwischenzeit – am 9. Mai 1995, dem 50. Jahrestag des Kriegsendes (im russischen Sprachgebrauch: des Sieges), in Anwesenheit von 55 Staatschefs aus aller Welt, unter anderen US-Präsident Bill Clinton, feierlich eröffnet.
Das Museum des Großen Vaterländischen Krieges ist Teil eines Erinnerungsembles im 9 Hektar großen »Park des Sieges«. Im Museum gibt es eine »Halle der Namen«, die Erinnerungsbücher mit den Namen von über 26 Millionen Toten aus der Sowjetunion enthält, und einen Gedenkraum für verdiente Soldaten und die zwölf »Heldenstädte« der Sowjetunion. Direkt am Museum steht das Denkmal »Tragödie der Völker« für die zivilen Opfer. Unter anderem wird ein aus Bronze nachgebildeter Berg von Kleidungsstücken Ermordeter gezeigt. Diese Skulptur, ursprünglich vom Präsidenten der Russischen Akademie der Künste, Surab Zereteli, für Israel entworfen, wurde 1995 zunächst vor dem Eingang aufgestellt, aber nach heftiger Kritik an der als zu pessimistisch empfundenen Aussage hinter das Museum umgesetzt. Ebenfalls von Zereteli stammt ein über 140 Meter hoher Obelisk, der vor dem Hauptgebäude als Symbol des Sieges steht. In der Anlage befinden sich zudem drei als Mahnmale gedachte Gotteshäuser: eine russisch-orthodoxe Kirche, eine Moschee und eine Synagoge.
Bild:Moskau, 2004, Detailansicht des Museumsgebäudes, Stiftung Denkmal
Moskau, 2004, Detailansicht des Museumsgebäudes, Stiftung Denkmal

Bild:Moskau, 2007, Synagoge im »Park des Sieges«, eugeny1988
Moskau, 2007, Synagoge im »Park des Sieges«, eugeny1988
Name
Zentralnyj musej Welikoj Otetschestwennoj wojny
Adresse
Poklonnaja Gora
121293 Moskwa
Telefon
+7 (0)499 142 49 11
Web
http://www.poklonnayagora.ru/
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 19.00
Angebot
Jährliche Gedenkfeiern am 9. Mai, dem »Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg«, Führungen, Dauerausstellung, Wechselausstellungen