• Gedenkstein Erschießungsstätte an der Landstraße nach Kalnėnai
Jurburg (deutsch auch: Georgenburg, litauisch: Jurbarkas) liegt am Ufer der Memel in Westlitauen, an der damaligen Grenze zum Deutschen Reich. 1.900 Juden lebten hier, vierzig Prozent der Einwohner. Seit 1940 gehörte die Stadt zur Sowjetunion. Am 22. Juni 1941 marschierte die deutsche Wehrmacht ein. Der Gedenkstein an der Landstraße nach Kalnėnai erinnert an die ermordeten jüdischen Einwohner Jurburgs, die deutsche SS-Angehörige und litauische Helfer zwischen Juli und Dezember 1941 erschossen.
Nach dem Krieg wurde an einem der Erschießungsorte, an der Landstraße nach Kalnėnai, ein Gedenkstein errichtet.
Bild:Jurburg (Jurbarkas), (vor 1918),  Blick auf die »Rossyenni-Strasse« in der damals russischen Stadt, Lietuvos centrinis valstybės archyvas
Jurburg (Jurbarkas), (vor 1918), Blick auf die »Rossyenni-Strasse« in der damals russischen Stadt, Lietuvos centrinis valstybės archyvas

Bild:Jurburg (Jurbarkas), (o. D.), Gedenkstein an der Erschießungsstelle an der Landstraße nach Kalnėnai, Stiftung Denkmal
Jurburg (Jurbarkas), (o. D.), Gedenkstein an der Erschießungsstelle an der Landstraße nach Kalnėnai, Stiftung Denkmal
Das grenznahe Jurburg wurde am 22. Juni 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Zu diesem Zeitpunkt gehörten der örtlichen jüdischen Gemeinde etwa 1.900 Personen an. Am 1. Juli 1941 erteilte der Leiter der SS-Einsatzgruppe A, Dr. Walter Stahlecker, den Befehl, Massenerschießungen von Juden im ehemaligen deutsch-litauischen Grenzgebiet durchzuführen. Zwei Tage darauf erschossen SS-Angehörige und litauische Helfer, so genannte Partisanen, auf dem jüdischen Friedhof von Jurburg 360 meist jüdische Männer. In der Nacht zum 1. August wurden Frauen und Kinder sieben Kilometer vor die Stadt geführt und an der Landstraße nach Kalnėnai erschossen. An derselben Stelle wurde am 8. September eine größere Gruppe junger Frauen ermordet.
Bis Dezember 1941 war die jüdische Gemeinde von Jurburg beinahe vollständig vernichtet.
Bild:Jurburg (Jurbarkas), (vor 1918),  Blick auf die »Rossyenni-Strasse« in der damals russischen Stadt, Lietuvos centrinis valstybės archyvas
Jurburg (Jurbarkas), (vor 1918), Blick auf die »Rossyenni-Strasse« in der damals russischen Stadt, Lietuvos centrinis valstybės archyvas

Bild:Jurburg (Jurbarkas), (o. D.), Gedenkstein an der Erschießungsstelle an der Landstraße nach Kalnėnai, Stiftung Denkmal
Jurburg (Jurbarkas), (o. D.), Gedenkstein an der Erschießungsstelle an der Landstraße nach Kalnėnai, Stiftung Denkmal
Bis auf wenige Ausnahmen ermordeten deutsche SS-Angehörige und litauische Helfer bis Dezember 1941 die gesamte jüdische Gemeinde von Jurburg mit etwa 1.900 Mitgliedern.
Bild:Jurburg (Jurbarkas), (1941–1944), Kolonne von Juden, Valstybinis Vilniaus Gaono žydų muziejus
Jurburg (Jurbarkas), (1941–1944), Kolonne von Juden, Valstybinis Vilniaus Gaono žydų muziejus

An der Erschießungsstelle an der Landstraße nach Kalnėnai wurde nach dem Krieg ein Gedenkstein aufgestellt.
Übersetzt lauten die litauische und die hebräische Inschrift auf dem kleinen Gedenkstein: »An dieser Stelle haben Nationalsozialisten und deren örtliche Helfer am 8. September 1941 500 Juden aus Jurburg ermordet.«
Bild:Jurburg (Jurbarkas), (o. D.), Inschrift des Gedenksteins auf Hebräisch und Litauisch, Stiftung Denkmal
Jurburg (Jurbarkas), (o. D.), Inschrift des Gedenksteins auf Hebräisch und Litauisch, Stiftung Denkmal

Name
Žydų žudynių vieta miške prie Kalnėnų